01.03
Seit August habe ich einen Ausweis, der es mir erlaubt die Polizeistation ohne Kontrolle zu betreten. Meine Wege im Gebäude aber sind begrenzt, ich habe nur eine Aufgabe.
Die erste Tür lässt sich nur mit viel Kraft öffnen, dann passiere ich die Pförtner mit einem Winken. Ab und an grüßen Sie lächelnd, manchmal wünschen Sie mir sogar einen „Guten Morgen“, doch meistens sitzen sie einfach nur da und drücken den Knopf, der die zweite Sicherheitstür entriegelt.
Nach dieser zweiten Schleuse, stehe ich vor den Fahrstühlen. Obwohl drei Aufzüge zur Verfügung stehen, wartet man eine gefühlte Ewigkeit auf das Signal eines ankommenden Lifts. Selten steht direkt einer bereit. Jedes Mal hoffe ich auf eine leere Kabine, da ich persönliche Interaktionen vermeiden will. Wenn ich jedoch auf Personen treffe, sind es Polizisten im Dienst, die in ihrem Quartier Dinge erledigen und mich grüßen wenn ich mit ihnen im Fahrstuhl stehe.
Gerne würde ich mir Wartezeiten und Kontakte ersparen, mein Ziel liegt ohnehin im 1.OG. Für den Zugang zum Treppenhaus jedoch fehlt mir die Befugnis. Der dafür notwendige Schlüssel wurde mir nicht ausgehändigt.
Nach dem Verlassen des Aufzugs laufe ich minutenlang die Flure der Etage entlang. Lange Gänge mit vielen Türen zu beiden Seiten. Zwei davon führen zu Gefängniszellen.
An meinem Ziel angekommen, tausche ich die Boxen und gehe anschließend wieder zu meinem Auto.

